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16.04.2012

Mr. Foley's Nightmare

"A darkly funny but nightmarish scenario, a man wakes up in hospital with a group of sound artists soundtracking his life. Mr Foley is an award winning short film directed by Dublin directing duo Mike Ahern & Enda Loughman aka D.A.D.D.Y. The film has been on the festival circuit for a while but has just premiered online for all to see, YAY!"
via

28.03.2012

Ein Radler-Leben

Ganz grosses Kino von Guillaume Blanchet - nur auf einem Fahrrad in Montreal gedreht. Der Mann hat aber ordentlich Sitzfleisch ;-) Mein Lieblingsfahrradfilm des Monats!

THE MAN WHO LIVED ON HIS BIKE from Guillaume Blanchet on Vimeo.

23.02.2012

Rollbrettfahren in der DDR

Pioniergeist, Sehnsucht und Freiheitsliebe (und natürlich historisches Filmmaterial) sind immer noch die besten Zutaten für einen Dokumentarfilm. In diesem Fall geht es um Skateboarding, eben auch Rollbretter genannt, in der DDR: "This Ain't California" von Marten Persiel.
Erkennt einer die Sprecherstimme? Genau, hier spricht David Nathan - auch bekannt als Synchronsprecher von Johnny Depp. Hier auch noch nen schöner Beitrag über den Film vom Fachmann.


22.02.2012

Captain Kirk hat's raus

Valentinstag ist ja schon vorbei (ich war in der Winterfrische zur Erholung), aber ich will euch das hier trotzdem nicht ersparen. Von einem, der es raus hat mit den weiblichen Wesen, egal aus welcher Galaxie sie auch stammen mögen ;-)

07.02.2012

Melancholisches zur Nacht XVIII

Gosling als nachdenklicher Driver
Heute Nacht gibt es ein besonders feines Double Feature zu sehen und es wird sehr düster-romantisch. Die Filmsequenzen stammen aus dem Film Drive (Filmseite) von Nicolas Winding Refn, in dem Ryan Gosling einen namenlosen Stunt- und Fluchtwagen-Fahrer gibt, der aus Zuneigung zu seiner Nachbarin Irene (Carey Mulligan) und deren Sohn in eine Spirale von Vorbestimmung, Verrat und Gewalt gezogen wird. Unterlegt sind die Videos mit flirrender Musik von zwei Synthiepop-Bands, zu Gehör kommen "A Real Hero" von College und "Under Your Spell" von Desire. Die 80er waren nie näher. Enjoy!
Und das Ansehen des kompletten Films lohnt (trotz der fiesen Gewaltausbrüche) nicht zuletzt wegen der gezeigten Coolness und berauschenden Styles, sondern auch wegen des eindringlich hypnotischen Scores von Cliff Martinez!


04.01.2012

GRANDE musique en miniature

Hinweis: Dieser Post sollte eigentlich schon im Juli 2011 hier stehen. Hatte ich jedoch vergessen. Aber das Projekt ist wirklich sehr witzig und lässt viel Raum für sozialmusikalische Überlegungen. Darum (und weil ich mich gerade sooo sehr nach Sonne und Sommer sehne) habe ich mich entschlossen, es doch noch zu posten.
Ich entdecke gerade wieder mein Herz für Lo-Fi-Musik. Dazu gehört auch die Formation "Orchestre Miniature in the Park" (kurz OMP), das aus einer Sommerlaune heraus gegründet wurde. Das buntgemischte Orchester besteht aus Oberkapellmeister und Sänger Klaus Cornfield (im zweiten Leben Comiczeichner) und einer Vielzahl musikbegeisterter und unternehmungslustiger Leute, ausgestattet mit Kinderinstrumeneten. Mit ihrem Repertoire aus zumeist Cover-Songs, in denen es im weitesten Sinne immer um Sonne(-nschein) und Sommer geht, verbreitet das Strassenmusik-Orchester bei "wilden" Konzerten viel gute Laune und zaubern den erstaunten Zuhörern ein Lächeln ins Gesicht und Herz. Und das obendrein noch sehr charmant. Mitmachen darf, wer ein Instrument spielen kann und ein bisschen Kind geblieben ist :-) Let the sunshine in your heart!


Trailer für eine Doku des OMP über eine Orchesterreise durch Spanien: Mit den Füßen im Himmel - LES PIEDS DANS LE CIEL. D 2011, R: Estelle Beauvais

Hier hört ihr das OMP über das Netz, was aber nix ist, gegenüber einem echten Zusammentreffen mit den Miniaturmusikern.

04.11.2011

An enchanted place

Ein verwunschener Ort: ein kleines Antiquariat in Paris mit vielen Regalreihen und alten Büchern darin. Im tragig-komischen Stop-Motion Animationsfilm "To Die By Your Side" hauchen Spike Jonze und Olympia Le-Tan ihren zwei etwas "flachen" Protagonisten zwischen Buchdeckeln aus berühmten Werken der Weltliteratur auf ganz ungewöhnliche Weise neues Leben ein ... bis der Tod sie wieder "vereint" ;-)

Spike Jonze: Mourir Auprès de Toi on Nowness.com.

29.08.2011

Paris vs. NY

Bilder aus der sogenannten Alten Welt und der Neuen Welt stehen in diesem Kurzfilm des britischen Filmemachers J.W. Griffiths direkt nebeneinander. So verschieden die beiden Städte auch sind, so ähnlich die Bilder aus beiden Metropolen. Unterlegt sind die zweieinhalb Filmminuten mit einer zauberhaften Klaviermusik von Lennert Busch. Gefilmt wurde übrigens mit einem gewöhnlichen Smartphone.

Splitscreen: A Love Story from JW Griffiths on Vimeo.

28.02.2011

Melancholisches zur Nacht V

Heute Nacht tauchen wir musikalisch mit Crystal Castles und "The Godfather of Emo" Robert Smith von The Cure in eine emotional tiefdunkle Welt voll Schmerz, Verlust, Zweifeln und Selbstmitleid ein. Untermalt ist der Song "Not in Love" mit Ausschnitten aus dem Junkiedrama-Film "Requiem for a Dream"  (mit  Jared Leto und Jennifer Connelly), des endlich zur verdienten Aufmerksamkeit gelangten und bei der bevorstehenden Oscarverleihung vielleicht zur entsprechenden Ehrung kommenden Regisseurs Darren Aronofsky ("The Wrestler", "Black Swan"). Let's paint it black and blue! 


"Could it be that time has taken it's toll/ 
Won't take you so far, I am in control/ 
And we were lovers and we can't be friends/ 
Fascination ends"

24.02.2011

Voll korrekt im Wettbewerb

Dass der Gangsterkurzfilm "Voll korrekt" für den diesjährigen Rec-a-fair-Filmpreis nominiert wurde, freut mich ganz besonders. Der Film verbindet den etwas bieder-gutmenschelnden Aufruf an die Zuschauer (=Konsumenten), beim Einkauf zu Bioprodukten zu greifen und auf das Logo "aus fairem Handel" zu achten, mit einer witzigen Story aus dem Gangstermilieu. Schöne Idee! Mein Lieblingssatz: "Du hast jetzt Schnauzenpause!". Ich drücke den beiden Produzenten Thorsten und Armin voll fest die Daumen und hoffe, dass ihre Mühen belohnt werden. Möge die Jury  fair sein und ihr einen korrekten Preis abräumen!

Synopsis: "Öko und Fair Trade - das scheint die Zukunft zu sein. Doch für Ex-Gangster Olli gestaltet sich der Ausstieg mehr als schwierig. Sein ehemaliger Chef will ihn nicht ziehen lassen."
"Voll korrekt"
(Deutschland 2010, 150 Sekunden, Regie: Thorsten Wassermeyer, Kamera: Armin Fischer) 

08.02.2011

Der Sound kommt zweimal

Es hat gedauert ... nach fast drei Jahren ist der aussergewöhnlich wandlungsfähige  Singer/Songwriter Daniel Bejar, aka Destroyer, aus Vancouver/Kanada, endlich wieder da mit einem neuen und nunmehr neunten Album "Kaputt" und  einem traumbilderreichen Musikvideo zum  gleichnamigen Song. Bejar hat in den letzten Jahren nicht nur Kaffee getrunken, sondern vor Aufnahme des neuen Albums auf seinem Dachboden gekramt und einen üppigen Fund gemacht, der aus einer prall gefüllten Kiste mit Softsynthierocksounds, Sades "Smooth Operator"-Saxophon und Trompeten besteht. Mit diesen Zutaten, die aus einer untergegangenen Musik-Ära, nämlich die der frühen 80er Jahre, stammen könnten, hat sich Bejar an die Instrumentalisierung seiner neuen Stücke gemacht. Für Indiemusikhörer ist das geradezu eine Zumutung , zumindest beim ersten Hören. Ich muss bei Sound und Videostil von "Kaputt" unweigerlich an den Film "Der Tod kommt zweimal" ("Body Double," 1984) von Brian de Palma denken. Der Thriller versteht sich als Ode an den Meister des Suspense, Alfred Hitchcock. Regisseur de Palma kramt auch altbekanntes, aber nicht minder bewährtes wieder hoch und schafft eine schwüle, bedrückende Stimmung aus unterdrückten Obsessionen, Täuschungen und gefährlichen Leidenschaften und setzt dabei auch auf die Filmmusik von Pino Donaggio, der die musikalischen Einflüsse dieser Zeit, wie  z.B. Roxie Music, David Bowie, Sade, Frankie goes to Hollywood (mit "Relax" hat er sogar einen Auftritt im Film) in seinen Kompositionen einfliessen lässt.
In Nordamerika tourt Destroyer bereits und ich hoffe doch, dass er es auch mal über den grossen Teich schafft, wo er sich auf Konzerten eher rar macht. Eins meiner absolut liebsten Destroyer Songs ever ist Rubies vom 2006er Album "Destroyer's Rubies". 
Aber nun die übergrosse Nerd-Schaufensterbrille aufgesetzt, den hässlichsten Pullover aus dem Schrank geholt und angezogen und das Video geguckt:
DESTROYER - Kaputt from Dawn Carol Garcia on Vimeo.

21.01.2011

Du bist, was du isst

"Heut' mach ich mir kein Abendbrot, heut' mach ich mir Gedanken" Wolfgang Neuss
Und so machte ich mir  mal Gedanken über mein Abendessen und wie dieses auf meinen Teller kommt. Ich wollte wissen, wie unsere Nahrung produziert und verarbeitet wird? Warum gibt es immer mehr Inhaltsstoffe in Lebensmitteln, die da einfach nicht reingehören, wie z.B. Medikamente, Dioxin, Weichmacher, Pestizide usw. Soll ich kein Fleisch und Fisch mehr essen? Und welche pflanzlichen Lebensmittel sind unbedenklich zu verzehren? Auf der Suche nach Antworten ging es mir nicht nur darum mich wieder mehr dem Vegetarismus anzunähern, sondern mir auch bewusst zu machen, was ich so alles esse (oder eben nicht esse) und welche weitreichenden Konsequenzen meine Entscheidungen beim Lebensmitteleinkauf haben. Und das nicht nur in Hinblick auf die Millionen Tiere, die als Milch-, Eier- und Fleischproduzenten gehalten werden, sondern auch, welche Auswirkungen die Fleischtierhaltung auf unsere Umwelt und die Lebenssituation (Stichwort: Lebensmittelknappheit und Nahrungsverteuerung) der Menschen in der sog. Dritten Welt hat. Bei meiner Recherche habe ich ein paar kritische Beiträge zum Thema Nahrungsmittelproduktion und Fleischkonsum in westlichen Industrieländern im Zeitalter von Massentierhaltung und industrieller Nahrungsproduktion entdeckt und in diesem Post mit den entsprechenden Links (auch zu Onlinevideos) zusammengestellt. 
Der Einstieg beginnt mit der gut verdaulichen  Reportage "Betrachtungen an der deutschen Fresstheke" - eine Spiegel-TV-Produktion in drei Teilen, die mich nach zuviel Geflügelbraten-Verzehr zu den Festtagen, inklusive einhergehendem Unwohlsein und Völlegefühl, wieder auf den Boden der Tatsachen zurück führte und mich dazu brachte, mich erneut mit meiner Nahrungsaufnahme und Essverhalten auseinanderzusetzen:


Auswahl Dokumentarfilme zum Thema:
Wer Gutes geniessen möchte, braucht Zeit!
 
Nach den vielen schockierenden Bilder und unappetitlichen Dingen, die ich erfahren und gesehen habe, komme ich zum Fazit: wenn ich qualitativ hochwertige Lebensmittel haben möchte, sollte ich nicht zu Lebensmitteln greifen, die auf schnelles Wachstum und Quantität produziert wurden.

Gesprächsreihe "Tiere Essen" im Radiofeuilleton von Deutschlandradio Kultur
DradioKultur-Kritik zum Buch von Jonathan Safran Foer "Tiere essen"
DradioKultur-Kritik zum Buch von Karen Duve "Anständig essen. Ein Selbstversuch"
Update: Spiegel berichtet über das Duve-Buch und das "Sachbuchphänomen Ernährung"

Kritische Infoseiten zum Thema Ernährung:


Seit gestern im Kino: 
Der französische Dokumentarfilm "Good Food Bad Food" von Coline Serreau 


In diesem Sinne Bon Appetit und Viel Glück! 

Update, 23.01.11: Marius hat mich noch auf den wirklich schockierenden Doku-Film "Earthlings" aufmerksam gemacht. Mich hat schon das Ansehen des Trailers sehr wütend und traurig gemacht. 
Dabei fiel mir auch wieder die sehr spannend gemachte Guerilla-Dokumentation "The Cove/Die Bucht"  des Tierschutzaktivisten Richard O'Barry ein. Diese geht den Hintergründen einer jährlich stattfindenden Treibjagd auf Delfine im japanischen Küstenort Taiji nach. Dazu ein SZ-Artikel.

    23.12.2010

    Holiday Greetings


    Liebe Freunde und Leser meines Blogs, ich wünsche Euch ein entspanntes und seelenstreichelndes Weihnachtsfest! Mit einem zauberhaften Video und Musik von Kollektiv Turmstrasse @Myspace verabschiede ich mich ins Weihnachtsfest. Ich freue mich auf heissen Yogitee, Spekulatiuskekse, Traumtänzereien und (mal wieder) den Film "Das Appartment" von Billy Wilder. Allen, die sich im Vorweihnachtsspektakel von ferngesteuerten Konsumisten umstellt fühlten, gilt mein uneingeschränktes Mitgefühl. Und wenn die bucklige Verwandtschaft in den kommenden Tagen bei einem von euch einfallen sollte, guckt euch das hier mal an :-) 
    Warm Greetings, Euer Stephox

    20.12.2010

    270 Movies in 6 Minutes

    Dieser schön gemachte, sehr verdichtete, etwas englischsprachlastige und trotzdem sehr sehenswerte Rückblick auf das Filmjahr 2010 macht gerade die Runde und soll  euch nicht vorenthalten werden. Ich selbst habe nur einen kleinen Bruchteil dieser Filme gesehen und einige sind in den deutschen Kinos auch noch gar nicht angelaufen. So ist dieses Video nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Vorgeschmack auf kommendes. Enjoy!
    Thanks to Genrocks, von der dieses Filmography-2010 Video stammt.

    22.11.2010

    Happy Birthday, Terry Gilliam!


    Gilliam mit Don Quijote: Lost in La Mancha
    Der von mir extremst vererehrte Visionär und Filmemacher Terry Gilliam wird heute 70 Jahre alt. Er gehört zu den Mitbegründern der britischen Comedygruppe Monty Python und hat sich zunächst als Animationsfilmer eine treue Fangemeinde aufgebaut. Bei Monty Phytons "Die Ritter der Kokosnuss" führte er 1975 das erste Mal Regie bei einem Langfilm und agierte auch als Autor und Darsteller in den Phyton-Filmen mit. Seine danach entstandenen, eigenständigen Spielfilme "Time Bandits", "Brazil", "Die Abenteuer des Baron Münchhausen", "12 Monkeys" und "Tideland" haben mich zutiefst beeindruckt. "Brazil" ist für mich der wichtigste Film - sowas wie mein Lieblingsfilm, oder vielleicht sogar Schlüsselfilm, den ich nicht mir, sondern der sich mich ausgesucht hat. Inhaltlich geht es grob umrissen um das Schicksal des unbedeutenden Archivbeamten Sam Lowry, der in einem autoritären Zukunfststaat lebt und sich aus seinem grauen, traurigen Alltag in seine heroischen Träumen flüchtet, bis er der Frau seiner Träume wirklich begegnet und sich daraufhin eine Kette unheilvoller Ereignisse abspult. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich mich fühlte, als ich - Anfang der 90er Jahre - das erste Mal diesen verstörenden, dystopischen Film sah. Danach war ich völlig paralysiert und starrte sprachlos auf den mit brasilianischen Sambarhythmen unterlegten Filmabspann. Ich war innerlich aufgewühlt und verwirrt von diesem visuellen Alptraum und fragte mich: 'Wie brachte es dieser Film gerade fertig, mir meine Vergangenheit, Gegenwart und wahrscheinlich  auch meine Zukunft so treffend zu spiegeln?' In den nächsten Monaten und Jahren sah ich mir den Film wieder und wieder an, jedes mal tief bewegt und ich entdeckte immer wieder neue Details, Bezüge und Anspielungen. "Brazil" wurde so etwas wie die visuelle Filmlandschaft meiner Gefühle. Ein Film, dessen metaphorische Bilder zum Entdecken und Interpretieren einladen und das auch noch nach dem vierten oder fünften Mal des Anschauens. Die jahrelange Innenschau, die der Film bei mir auslöste und die Frage nach der eigentlichen Aussage des Films, beantworte ich mir heute mit  dem  Zitat  von Adorno: "Es gibt keine richtiges Leben im falschen". Kaum ein anderer Film packte mich jemals wieder so. Leider gehört Gilliam zu den verkanntesten Regisseuren des Filmgeschäfts, der immer wieder Filmprojekte ändern oder aufgeben muss, weil ihm das nötige Vertrauen der Produzenten fehlt oder er die finanziellen Mittel für die Realisierung seiner Filme nicht aufbringen kann. In den Dokumentationen "Lost in La Mancha" und "The Hamster Factor", dem Making of von "12 Monkeys", wird das eindrucksvoll gezeigt. Mit 70 Jahren ist das Leben noch nicht vorbei. Bleib dran Terry! Die nächste Million, die ich verdiene, gehört dir!
    Gilliam am Set von "Brothers Grimm"
    Sehr viel mehr und wissenswertes über die Filme von Terry Gilliam erfährt man im Buch „Perception is a Strange Thing“ von Harald Mühlbeyer
    Gilliam im Cicero-Interview

    Büroszene aus dem Film "Brazil" von 1985.

    27.10.2010

    Der überzeichnete Gainsbourg

    http://www.mediapart.fr/files/Dominique%20Bry/gainsbourg_Detouree2.jpg
    Sfar zeichnet Gainsbourg
    Wenn mich ein Film länger als zwei Tage stark beschäftigt, sollte er auch hier Erwähnung finden. Der Film "Gainsbourg" von Joann Sfar ist kein herkömmliches Biopic über den französischen Sänger, Regisseur und Lebenskünstler Serge Gainsbourg, sondern eine kunstvolle Hommage an einen  exzentrischen Ausnahmekünstler und zeigt sich oft als ein Märchen. Sfar macht sich also gar nicht erst die Mühe, einen fundiert recherchierten Film abzuliefern und man entdeckt  viele stilistische Bezüge zu seiner Arbeit als Comiczeichner. Nur soviel ist sicher: der Mensch Gainsbourg hatte drei Leidenschaften: die Gitanes, die Musik und die Frauen. Und allen drei ist er bis zu seinem Tod 1991 treu geblieben ist und darum geht es im Film "Gainsbourg - Der Mann der die Frauen liebte" - ein unnötiger Zusatz des deutschen  Filmverleihs und eigentlich Titel eines Films von Francios Truffaut aus dem Jahr 1977.

    https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjRLlKQiQ7BFBcpjCVgeZ6xqWFDbMjEaDU1umVYIdJJaWd9XtC5OYUiA2x7F3Rew-sfp_vg4HGc_LKQFEx7nfuVQA78YAcx0QjJ8WhWmpQcIhxNPz48LGuE1pKXySgIbt-Z6xlVyg/s400/18975_243309880944_217580730944_3348333_6321520_n.jpg
    Kacey Mottet Klein spielt den jungen Lucien Ginsburg
    Serge Gainsbourg, als Lucien Ginsburg 1928 in Paris als Kind russisch-jüdischer Einwanderer geboren, setzt sich zeitlebens mit seiner jüdischen Identität, seinen Selbstzweifeln und der Suche nach seiner künstlerischen Berufung auseinander. Gainsbourg, der schon als Kind glaubte, ein berühmter Maler zu werden, war ein Leben lang damit beschäftigt, seinen künstlerischen Ausdruck zu finden. Er prägte mit seiner Musik die lebenshungrige, die freie Liebe und bewusstseinserweiternde Drogen entdeckende Generation der 60er Jahre und  gilt als Erfinder des lasziven und sexuell anspielungsreichen Popchansons. Der französiche Comiczeichner Sfar (u.a. bekannt geworden durch die Comicserie "Die Katze des Rabbiners") findet dafür in seinem ersten Film passende Bilder und spickt ihn mit vielen surrealen Einfällen.   

    Eric Elmosnino als Gainsbourg

    Schauspieler Eric Elmosnino spielt mit einer beachtlich guten Leistung den erwachsenen Gainsbourg, der an sich selbst zerbricht und auch die Liebe der Frauen können ihn vor dem körperlichen und seelischen Zerfall nicht retten. Allgegenwärtig im Film ist die "Gitanes", die in Frankreich sehr populäre Zigarettenmarke mit der tanzenden Zigeunerin auf der blauen Packung, sie begleitet Gainsbourg als eine der wichtigsten Nebendarstellerinnen im Film. Dazu kommen noch Anna Mouglalis, die Juliette Greco geheimnisvoll verwegen und  dunkel-verführerisch spielt, Laetitia Casta, die  als Brigitte Bardot bezaubernd verführerisch sexy, aber nicht umwerfend ist und Lucy Gordon (nahm sich 2009 das Leben) als Jane Birkin, die sich nervös, oft besorgt um Gainsbourg und mit vielen sehr kurzen Kleidern als Stilikone der 60er Jahre zeigt. Alle drei Frauen werden, natürlich immer in Beziehung zu Gainsbourg, auch von ihrer tragischen und melancholischen Seite gezeigt. Doug Jones, bekannt aus "Pans Labyrinth" und "Hellboy", spielt La Gueule (die Fresse) - das Gainsbourg zeitlebens begleitende selbstzweifende Alter Ego - seine innere Stimme der Unzulänglichkeit. Ausserdem einen kleinen Gastauftritt kurz vor seinem Tod hat Claude Chabrol, der als grummeliger Musikproduzent zu sehen ist.

    Fazit: Joann Sfar hat über das Enfant terrible des 20. Jahrhunderts einen sehenswerten Film mit surrealen Einfällen und atmosphärischen Bildern geschaffen. Ich empfehle, unbefangen in den Film zu gehen und sich nicht vorher den Trailer zum Film anzusehen, sondern eher die Biografie von Serge Gainsbourg zu lesen. 


    Histoire de Melody Nelson [Eco
    Gainsbourg und die Frauen
    Um sich von den musikalischen Qualitäten von Gainsbourg selbst zu überzeugen, sei noch das sehr hörenswerte Album "Histoire de Melody Nelson" von 1971 erwähnt. Ich habe es zum ersten Mal gehört, kannte ich doch nur die populären Stücke ("Je t'aime moi non plus", "Bonnie & Clyde") von Gainsbourg. Auf dem Album-Cover posiert Jane Birkin, die eine kleine Gainsbourg-Puppe fest an ihren nackten Oberkörper drückt. Dieses Foto bringt das Verhältnis von Gainsbourg und den Frauen sehr gut auf den Punkt.

    Klicktipp zum Hintergrund: Vom Comic zum Film

    13.10.2010

    Banksy kommt!

    Yo, und zwar ins Kino. Mit dem Film "Exit Through the Gift Shop", der in der kommenden Woche startet. Das wird für mich als manisch-bekennender Street Art Fan DIE (Kunst-)Film-Offenbahrung des Jahres. Der britische Graffiti-Künstler Banksy macht aber zur  Zeit auch anderweitig Schlagzeilen. Er hat für die sehr erfolgreiche TV-Fernsehserie The Simpsons das Intro einer Folge kreativ bearbeitet und übt, ganz banksylike, bitterböse Kritik an den Arbeitsbedingungen der Arbeiter, die die Serie quasi am Fliesband herstellen - ein Grossteil der Serie wird kostengünstig in Südkorea produziert und auch die Merchandisingartikel kommen aus dem Billiglohnland China. Die Produktionsfirma Fox hat sich vom Clip inzwischen distanziert. Bravo, Banksy!

    05.07.2010

    Fussball-Zombies

    Leute, Jögis frische Jungs sind im Halbfinale!Was mich ja sehr freut, nicht nur, weil schon ihr Einzug ins Viertelfinale mir 10 Euro bei ner Wette bescherte, sondern auch, weil ich wirklich gerne bei den Spielen zusehe. Mit dem Erfolg der deutschen Elf werden die Fans aber zunehmend penetranter, unangenehme Zusammenstösse lassen sich vor allem nach einem Deutschland-Spiel kaum noch aus dem Weg gehen und es besteht zunehmend die Gefahr, von alkoholisierten oder hitzegeschädigten Fans belästigt zu werden. Auch mein Nachbar hat nun oft seine Fenster geöffnet und beschallt stundenlang weit vor einem Deutschland-Spiel die gesamte Nachbarschaft mit schrecklichen WM-Songs im Repeat-Modus.  Z.B. mit diesem hier:

    Wer das debile Fangeeumel nun allerdings satt hat und Fussball des Fussball wegens mag, und nicht, weil der Homo Fussballfan seinen Triebstau entlasten muss, schaut sich zur Belustigung das hier mal an. Und Prost!
    Update: Niederlagenfrust nach dem Aus im Halbfinale - auch Verlieren will gelernt sein...