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14.05.2011

Gastbeitrag: Konzertbericht The Dodos

Sarah (hier geht es auf ihren Blog) hatte sich bei meiner Verlosung die Tickets für The Dodos unter den Nagel gerissen und war am 09.05. beim Konzert in Berlin. Sie hatte Spass an diesem Abend und ich freue mich, dass sie ihre Eindrücke in einem Konzertbericht wiedergegeben hat. Danke Sarah!
>> Montagabend, The Dodos im Magnet, gesponsert vom stephox himself. Schon mal geil!
But I couldn´t help but wonder, who the fuck are ... ihr wisst schon. Interessanterweise wusste ich, dass ich irgendwo in meinem Musikarchiv genau einen Song von jenen Exvögeln hatte. Aber warum sich die Mühe machen, wenn es youtube gibt, Präfazit: der Abend könnte spannend werden. Meine Begleitung hatte den richtigen Riecher die Vorband gewissenlos links liegen zu lassen. Dies zeigte sich, als wir nach einem schnellen Cocktail zwischendurch deren Finale miterleben durften. Eine Muss-man-wollen-Mischung aus einlullender Fahrstuhlmusik, deren Existenz nachträglich wohl von disharmonischem Geschramme und Geschrei ausgemerzt werden sollte. So oder so ähnlich, obwohl man ihnen zu Gute halten muss, dass ein Xylophon dabei war!
Noch eine kurze Wartezeit und es konnte losgehen: obwohl erst mal nicht viel ging, was wohl auch dem durchzechten Vorabend geschuldet war, wie man dem Publikum bald mitteilte. Das Magnet bietet exklusives Bühnenhautnah-Feeling und man sah ziemlich kontinuierlich drei mitteljunge Männer an ihren markierten Positionen: zwei Gitarristen umrahmen den Schlagzeugspieler, wobei  einer der beiden eine gewisse Attitüde der Apathie an den Tag legte und somit vielleicht das Leben einer Statue anprangerte. Wenigstens der Sänger gab sich Mühe und wand sich pathetisch am Mikro, wenn es der Song erforderte. Auch wenn es also nicht viel zu sehen gab und die Dodos bestimmt nicht der Hit des Jahrhunderts sind, bot sich dem Konzertbesucher dennoch eine einzigartige Atmosphäre. Langsam und soft kamen die Songs anfänglich daher, warteten aber mit einnehmenden und überraschend innovativen Rhythmen auf und dann schraubten sich eben jene sanften Klänge (so sanft man mit diesen Instrumenten halt sein kann) nach oben, wurden schneller, wilder, lauter und verspielter, schwollen immer mehr an um dann harmonisch auszuklingen. Die Dodos sind gut, wenn nicht sogar herausragend, weil anders und nicht ganz ergründbar. Abschliessendes Fazit: ich bin froh dabei gewesen zu sein, es war unvergleichbar und daher äusserst lohnenswert, also -> stark empfohlen, die Dolen/ aka THE DODOS!!! <<<

04.05.2011

Konzert-Rückblick - 3 Gigs der letzten Woche

Die Überschwenglichen: Bodi Bill am 27.4. im Lido 
Ausverkauft, seit Wochen! Und ich habe keine Karte! Das heißt dann für mich kein Reinkommen mehr an diesem Abend? Denn fast alle Tickets der vier (sic!) Konzerte in Berlin, die das berliner Electroindiefolk-Trio zum Tourneeauftakt in der letzten Aprilwoche geben, sind bereits im Vorverkauf vergriffen. Für mich ein absolutes Phänomen, habe ich Bodi Bill doch vorher noch nie Live gesehen, gepaart mit einer freudigen Vorahnung, eine umwerfende Performance erleben zu werden. Denn Dank meiner Ausdauer und Hartnäckigkeit schaffe ich es doch noch ins Lido zu kommen und belohne mich gleich mit dem Kauf der aktuellen CD "What?", deren Stücke ich allerdings schon zum Teil aus dem Web kenne und die mich überwiegend etwas enttäuscht hatten, weil sie mir zu gesangslastig und unaufgeregt dahinplätscherten. Wo war der treibende Beat und dringliche Gesang von "Brand new Carpet" auf dem Rest des Albums geblieben? Aber zurück zum Konzert, denn erst Live entfallten Bodi Bill ihre ganze musikalische Kraft und abgedrehte Herrlichkeit. Sänger Fabian betritt die Bühne mit einem übergrossen Knochen in der Hand und die ersten drei Lieder werden ohne lange Pausen gespielt. Über drei Fernsehröhren und auf einer grossen Leinwand im Hintergrund flimmern Artwork-Visuals, die Lyrics und Bilder der Songs untermalen. Fabian trägt eine kurze Publikumsbegrüssung vor, die mit etwas Stolz in der Ansprache vorgetragen wird und das Publikum zum imaginären Wettkampf um die Gunst der Band aufruft, das sich mit den Gästen der anderen Abenden messen soll. Das ist völlig überflüssig, denn die Zuschauer müssen nicht zu guter Laune überredet werden, die ist längst vorhanden und auch die Lust am Tanzen und Mitsingen strömt neben der aufsteigenden Hitze durch den Saal. Die Spielfreude, musikalische Neugier und jungenhafte Aufgeregtheit, die sich an diesem Abend bis in den Technorave steigerte, und die Überschwenglichkeiten, mit denen Bodi Bill das durchweg sehr entspannte Publikum 90 Minuten erfreuen und zum Tanzen motivieren, fand ich auf diesem unvergesslichen Konzert wieder.
Mein herzlicher Dank geht an Peter vom Label und Jennifer, die mir den kurzfristigen Eintritt an diesem Abend ermöglichten. Ihr seid die Grössten! Bodi Bill touren im Mai durch deutschsprachige Lande - Hingehen, Pflicht!
In Paris standen die drei Jungs von Bodi Bill vor ein paar Tagen auf den Dächen und spielten zwei Stücke aus ihrer aktuellen CD "What?". Weil Bodi Bill aber wie der Fernsehturm nach Berlin gehören, habe ich mal ein Video eines älteren Auftritts rausgesucht, das ich sehr passend zum Livegestus der Band finde:

Der Konzentrierte: Pantha du Prince am 28.4. in der Panoramabar
Anlässlich der Veröffentlichung eines Remixalbums mit dem Titel "XI Versions of Black Noise", auf dem u.a. Moritz von Oswald. Die Vögel, Animal Collective und Efdemin Remixe beisteuerten, wurde ins Berghain geladen. Ich werde mich zu diesem Abend nur kurz äussern, sonst lasse ich mich noch zu sehr über die unangenehmen Erlebnisse an diesem Abend aus und das würde dem Gesamterlebnis nicht gerecht werden. Als Support lieferten das Duo Die Vögel ein einheizenden Auftritt mit Pauken und Trompeten (aber auch Klarinette, Flöte, Tuba, Posaune), ihr Stil ist wohl so etwas zwischen Technobrass und Balkanbeat - witzig, oder sollte ich eher schreiben: zum Piepen? Nach einer kleinen Umbaupause und Justierung von Technik und Instrumenten übernahm frischgebackener Echo-Preisträger Hendrik Weber, aka Pantha du Prince, den Abend. Und ohne jeden Zweifel liess er ein gnadenlos grossartiges Live-Set von der Stange. So unmittelbar dabei fühlte ich mich noch nie beim Entstehungsprozess elektronischer Musik. Ich war wie paralysiert, als ich sehen, und natürlich hören konnte, mit welcher Hingabe und unverkrampften Konzentration Weber Töne und Sounds den wundersamsten Apparaturen und Klangkörpern entlockte und wunderbare Versionen von Stücken aus den Alben "The Bliss" und "Black Noise" über die wummernden Lautsprecher in den Raum des Berghains entliess. Gänsehaut bei mir - ich liebe diese typischen, glockenartig-klirrenden Sounds seiner Musik. Leider erwies sich während der zweistündigen Darbietung ein kleiner, aber ungemein renitenter Teil der Gäste als nervtötend tonangebend (Laberflash nach Drogenkonsum) und furchtbar raumeinnehmend (Drängeln und Stossen auf der Tanzfläche) - anstrengend das. Als ich das Berghain verliess, war ich erschöpft vom Tanzen, halb ertaubt, immer noch etwas grantig, aber ganz fasziniert von der Erhabenheit der Klangerweckung, die ich gerade miterlebt hatte.


Der Entspannte: Jamie Woon am 3.5. im Magnet
Jamie Woon live zu sehen, war eine mehr als spontane Entscheidung von mir. Ich hatte keine grossen Erwartungen an das Konzert, welche mich bei anderen Künstlern sonst schon wochenlang vorher beschäftigen. Ich kannte eigentlich nur zwei, drei Lieder des britischen Newcomers und diese gefielen mir ausgesprochen gut, bestimmt auch weil sie sehr eingängig und smooth sind. Mr. Woon schwimmt nämlich auf der derzeitigen Dubstep-goes-Pop-Welle mit und wird vielen Kollegen bestimmt noch mit dem ein oder anderen Remix zur Seite stehen und für frische Klänge und Klimpern in den Kassen sorgen. Woons Stücke sind sehr soulig produziert und sein elegischer Gesang geht doch sehr in Richtung R&B. Einer jener Musikstile, die ich gerne mal auslasse, weil mich die Mainstreamradiostationen schon zuviel mit langweiliger Musik von der Stange beschallen. Ich hatte also wirklich keine Ahnung und auch keine grossen Erwartungen, was da auf einem Konzert von Jamie Wooon auf mich zukommen wird. An jenem Abend bin ich also schon etwas spät dran, am Eingang das Clubs weisst ein bedrucktes Blatt darauf hin, dass die Tickets ausverkauft sind, dementsprechend drängt sich das Publikum schon dicht vor der Bühne, die in angenehmes Licht getaucht ist. Ich finde noch einen bequemen Platz und habe 1A Sicht auf Woon, der kurz nach meinem Eintreffen mit drei weiteren Musikern die Bühne betritt. Alle vier Musiker bestens gelaunt und Woon sichtbar entspannt, weiss er doch, dass er mit positiven Vibes und traumtänzerischer Musik seine (auch vielen weiblichen) Fans erfreuen wird. Der Sound ist sowohl bei den basslastigen und knarzigen Stücken satt und sauber, für einige leisere Stücke begleitet sich Woon nur selbst auf der Gitarre und singt mit balladiger Soulstimme - ein abwechslungsreicher und gelungener Kontrast. Das Publikum in Jubellaune, ist das ganze 75-minütige Konzert über locker wippend mit Köpfen und Oberkörpern dabei und quittiert jede Pause mit Begeisterung. Die Freundlichkeit und Gelöstheit, die Woon bei seinem Auftritt ausstrahlt, schwappte sofort auf mich über. Ich glaube, ich war der entspannteste Mensch an diesem Abend und verliess den Magnet-Club mit einem breiten Lächeln. The Beat goes on...
   Blue Truth by woon

15.04.2011

Kopf & Herz am rechten Fleck

Americana-Musik mit Herz & Verstand aus Seattle
Der Radiosender Motor.fm - Apollo sei gepriesen für dessen Existenz - und ein paar Sponsoren luden am gestrigen Donnerstagabend zum exklusiven und kostenlosen Konzert der amerikanischen Indie-Folk-Formation The Head and the Heart ins Ballhaus Mitte in der Chausseestrasse. Ein etwas merkwürdiger und bizarrer Ort für das Konzert einer Indierockband, da dort an Wochenenden Schlager- und Anbahnungspartys stattfinden und die Gäste (eher älteren Jahrgangs) in diesem Etablissement zu Gästen an anderen Tischen, die mit einer nummerierten roten Kugellampe gekennzeichnet sind, Kontakt über Tischtelefon aufnehmen können. Das Konzert-Publikum an diesem Abend  war nun den Umständen entsprechend jünger. Zielgruppe von Motor.fm, über die der Konzerteintritt verlost wurde,  sind ja eher musikbegeisterte Mittzwanziger und solche, die sich noch dafür halten ;-) Der Veranstalter machte auch nicht den Fehler und stopfte den Saal mit Leuten bis zum letzten Platz voll. Das Konzert war gut besucht, aber nicht proppevoll. Der kurzerhand zum Konzertsaal umdeklarierte Ballsaal war in ein angenehm dezentes Licht getaucht. An den burgunderroten Wänden hoben sich helle, bröselige Stuckarbeiten ab, die Bühne ist von einem halbmeter hohen Gitter umgeben und die Rückwand verspiegelt, an der Decke hängt kein schöner, aber sehr grosser Leuchter, an dem eine Diskokugel baumelt. Denn Ballraum durchziehen schmiedeeiserne Gitter, die den Gang zur Bar oder zum Klo zum Hindernisslauf werden lassen. Trotz alledem, die Stimmung und Atmosphäre an diesem Abend gefielen mir gut! Dieses etwas schäbige, doch gemütliche Ambiente aus einer längst vergangenen Zeit, gab dem Auftritt der Band etwas entrücktes und erhabenes. Die Performance der Musiker aus Seattle war spielfreudig und begeisternd, obwohl sich die sechs auf der Bühne mit wenig Platz zufrieden geben mussten. Dieser Umstand war jedoch schnell vergessen und The Hand and the Heart liessen ihrer Kreativität und Spielfreude freien  Lauf. Dieser Funke sprang auch auf das Publikum über, das begeistert mitwippte, gerade bei den flotteren Stücken. Mir gefällt der ideenreiche Songaufbau - begleitet von Violine, E-Piano, Akkustikgitarre, Bass und Schlagzeug - der meist ruhig und langsam beginnt und sich dann in wechseldem Tempo und Dringlichkeit steigert, oder eben wieder mit einem Violinen- oder gefühlvollen Gesangssolo endet. Bei vielen Songs bekam ich grosse Lust in den mehrstimmigen Gesang einzustimmen und selbst ein Instrument in die Hand zu nehmen, um den Rhythmus der Band zu begleiten. Die umwerfenden Songs der Band werden mir noch lange im Kopf bleiben und mich im Herz begleiten. Ich freue mich auf das erste Album von The Head and the Heart, das den Namen der Band trägt und Ende April erscheinen wird. The Head and the Heart, die mit diesem Auftritt ihre Europatour beenden, kommen Ende Juni zurück nach Deutschland als Support von Death Cab for Cutie. Hingehen!


The Head and the Heart play a Spotlight Show in Tacoma.
The Head and the Heart verschenken zwei Songs auf ihrer Website.

09.03.2011

Schnellimpfung to go

The Vaccines
07.03.2011 im Comet-Club/Berlin
Ein Konzertbericht

Eine Impfung kurz und schmerzlos zu überstehen, darüber freut sich jeder Impfling. Von einem Konzertabend habe ich allerdings ganz andere Vorstellungen. Zumal, wenn sich eine Indie-Rockband aus England angekündigt hat, die sich mit einem Konzert im Comet Club dem Berliner Publikum vorstellen möchte. Die im Juni 2010 gegründete Band The Vaccines aus London hat es bei den BBC-Hörern unter die Top 5 der vielversprechendsten Newcomer-Musiker geschafft, denen 2011 der Durchbruch gelingen könnte. Und das, nach nur einer veröffentlichten Single im November 2010. Die ging aber so gut ins Ohr, dass wieder mal die Hypemaschine angeworfen wurde und dem kurz vor der Veröffentlichung stehenden Album entgegenfiebert wird. Die Erwartungen sind also dementsprechend hoch an diesem Abend und das Konzert ist ausverkauft, obwohl mir der ja eher kleine Comet-Club nicht sonderlich voll erscheint. Das gut gelaunte Publikum ist bunt gemischt, die Bandbreite der Besucher reicht vom typischen Indiemusikszenegänger,  der kein Konzert auslässt, tanzfreudigen jungen Frauen und bebrillten Mitvierzigern, dazwischen natürlich auch ein paar junge Engländer und Spanier.
Als Vorband steht die Rockband 206 (@Myspace) aus Leipzig auf der Bühne. Die überraschte mit geradlinig-krachigem Garagenrockstücken von ihrem bald erscheinenden Album “Republik der Heiserkeit” und sangen deutsche Texte mit dringlicher Botschaft, was auch wirklich gut rüber kam. Danach kamen die vier Mitglieder von The Vaccines nach einer 15 minütigen Umbaupause ohne viele Worte, die dann aber auf deutsch, auf die Bühne. Sänger Justin Young musterte das Publikum unentwegt mit bemüht starrem Blick, der dann aber doch die ganze Zeit ins Nichts zu blicken schien. Mich erinnerte dieser Gesichtsausdruck an eine Fotoserie mit Kindern, die beim Fernsehgucken fotografiert wurden, alle hatten glanzlose, leere Augen, die völlig apathisch auf die Mattscheibe blickten. Nach etwa vier Songs machte dieser merkwürdige Blick meiner Begleitung immer mehr Angst und ich dachte mir, naja, der wird uns bestimmt gleich was erzählen, um sich locker zu machen. Es folgte aber nur die kurze Ansage, dass man das erste Mal in Berlin ein Konzert gäbe.  Und das war dann auch die letzte Ansprache an das Publikum und Young hielt den schon benannten Augenblick bis Konzertende durch! Dabei sang er atemlos mit viel Hall auf der Stimme zu den sehr kurzen Stücke der Band. Musikalisches Stil-Vorbild von The Vaccines sind die frühen Ramones, irgendwie auch ein bisschen The Jesus & Mary Chain und ganz viel Surferrock der 60er Jahre, gepaart mit hymnischer Gitarrengbegleitung. Neben den aus dem Internet und Radio bekannten Liedern, die durchaus Ohrwurmcharakter haben wie das oldschool-rockige, sich mit vielen "Hey! Hey! Heys!" in den Gehörgang bohrende 90 Sekunden-Stück "Wreckin' Bar (Ra Ra Ra)" - und zu Körperzuckungen anregten, kamen mir die restlichen acht Songs eher uninspiriert, redundant und überraschungsarm vor.

 
Schon nach gut einer halben Stunde gingen alle Bandmitglieder ohne sich grossartig zu verabschieden und ohne eine Zugabe zu spielen so zügig von der Bühne, als ob der Bandbus vor der Tür stünde und huppend die baldige Abfahrt ankündigt. Das Publikum, merklich perplex, fragte sich, ob das alles gewesen sein soll, aber protestierte nicht weiter. Das waren sie nun, die Überflieger aus UK. Kurz und schmerzlos wollten sie uns mit ihren elf kurzen Songs impfen, aber wogegen eigentlich? Vielleicht, dass Rock’n’Roll keine Attitüde benötigt und auch nicht die Anerkennung des Publikums? Dass der Gitarrenrock aber genau davon zehrt zeigen uns viele andere Indie-Rock-Bands, die bei Konzerten auch mehr Spass machen. Für ihre Liveperformance gibt es von mir für The Vaccines also keine Impfempfehlung! "What Did You Expect From The Vaccines?" fragt der Titel des am 21.03.2011 erscheinenen Debüt-Albums. Eindeutig mehr!
Noch am Rande: Nach diesem enttäuschenden Blitzauftritt tranken wir noch ein Bier und quatschten. Aber keine halbe Stunde später gingen die grellen Neondeckenlichter an und wir und weitere 25 Leute im Raum wurden sehr entschieden zum baldigen Verlassen des Clubs aufgefordert. Das zweite Mal war ich nun perplex an diesem Abend. Dieser ganze Konzertabend stand wohl unter dem Motto: "Bitte nicht stehenbleiben, gehen sie weiter!". Dass sich sowohl die Band, als auch die Veranstalter so kurz angebunden und publikumsscheu zeigten, hatte ich nicht erwartet und empfand es als ärgerlich.

Der Auftritt in Paris hat dem Indie-Quartett sichtlich mehr gefallen

02.03.2011

Emotional Rollercoaster

Eine Warnung vorweg: die Musik der hier vorgestellten Elektropop-Band Chapeau Claque ist nichts für romantisch behinderte Menschen. Alle anderen sollten weiterlesen! 

Begab sich Maria Antonia Schmidt, Songschreiberin und Sängerin der Erfurter Band Chapeau Claque, mit dem letzten Album "Fabelweiss" (2008) in eine fantastische Welt voller Geheimnisse und verschlungener Traumpfade, so ist das neue Album "Hab & Hut" ein Lieder-Setzkasten mit diversen Gemütsbeschreibungen. Darin enthalten sind fröhlich arrangierte, aufgekratzte Songs ("Platte an", "Schöner Moment", "Pale Blue"), tieftraurige Beziehungs-Balladen ("Fingerhüte", "Das", "Versunken"), sowie Lieder über die Vertracktheit der Liebe ("Menschenfresser", "Womit") und die Unbilden des Lebens ("Silhouetten", "Knallt ein Spatz", "Schlosshund"). Chapeau Claque sind mit ihrem dritten Album reifer geworden, ohne die Verspieltheit und die aufgedrehte Lebendigkeit verloren zu haben, die die beiden früheren Alben auszeichnen. So ist die Band der "Welt des Erwachsenseins" - vor der sich alle Träumer und Romantiker fürchten, weil sie Enttäuschungen bereithält, die schmerzhafte Spuren an Seele und Gemüt hinterlassen - nicht nur musikalisch ein Stück näher gekommen, auch die Texte der neuen Stücke sind ernster geworden. Sängerin Maria Antonia, deren wunderschöne, hell-warme Stimme den Hörer über weite Teile des Albums in einen emotionalen Sog zieht, beschäftigt sich nun mehr auf traumtänzerische und tiefsinnige Weise mit den Erfahrungen, die bleiben, wenn etwas endet oder desillusioniert wird (wie Beziehungen, Sehnsüchte, Träume) und wirft Fragen auf, wie nun mit den resultierenden Enttäuschungen etwas Neues begonnen werden kann? Denn wer sich aus seinen romantisch-verträumten Vorstellungen ins echte Leben wagt, der wird aus den Begegnungen mit Menschen, die einem nahestehen, die einem vertraut sind, die immer fremd bleiben und, die einen verlassen werden, Erfahrungen machen, die tiefe emotionale Spuren hinterlassen. Daraus entstehen Freude und schöne Erinnerungen, aber auch Verletzungen und viele Tränen. Welche Träume und Hoffnungen haben sich erfüllt und warum gingen einige nicht in Erfüllung? Und vielleicht konnten Wünsche und Träume auch deswegen nicht in Erfüllung gehen, weil es eigentlich Kopfgespinste sind, von denen wir uns nicht trennen können (oder wollen) und die vielleicht nur in der Welt der Träume und Fantasie eine Daseinsberechtigung haben? Bei allen Niederlagen und Enttäuschungen, Erwachsensein bedeutet wohl genau diese Spannung akzeptieren zu können und trotzdem nicht den Mut und die Lebensfreude zu verlieren. Und genau diese Entwicklung und Gratwanderung zwischen unbekümmerter Lebensfreude und tiefgründiger Empfindsamkeit zeigen Chapeau Claque in vielen ihrer schwerelos komponierten Songs und deshalb schätze ich diese Band dermaßen. Also dann, "die Augen weit geschlossen" und sich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle einlassen!
Chapeau Claque - romantisch ver-rückt und fröhlich
Nach einem gelungenen Tourneeauftakt im gut besuchten Lido am 24.02.2011 in Berlin sind Chapeau Claque weiterhin auf Tournee durch Deutschland. Neben den auch live sehr gut funktionierenden Arrangements der Musik, hätte die tolle Stimme  von Frontfrau Schmidt allerdings etwas mehr Volumen vertragen. Zudem ist mir beim Konzert der hübscheste Bauchnabel Thüringens aufgefallen ;-) und so eine "absolute Mädchenband", wie ein Bandmitglied nach dem Auftritt leicht verlegen und entschuldigend bemerkte, stand doch da gar nicht auf der Bühne! Es darf also weiterhin getanzt und endlos geträumt werden mit Chapeau Claque und ich wünsche den fünf sympathischen Musikern viele volle Häuser und immer ein tolles Publikum.

10.11.2010

Napoleon goes Crazy

Die Band Bonaparte pflegt das Image des exibitionistischen Aussenseitertums und sie hat damit grossen Erfolg. Damit befindet sie sich ja eigentlich schon wieder mitten im Mainstream, aber den vielen, zumeist wirklich sehr jungen Fans ist das egal, denn hier wird eine bunte und unkonventionelle Andersartigkeit propagiert, nach denen sich wohl viele sehnen. 
Ich habe die legendäre Circus-Show von Bonaparte nun endlich mal selbst gesehen und miterlebt - am 06.10. im Astra (hier im Festsaal Kreuzberg) - und war überwiegend begeistert.
Die Songs: musikalisch eher mittelmässiger Punk-Rock mit Art Brut Einschlag 
Das Merchandising: vom Band-Stoffbeutel, Poster, Button, T-Shirt, ist alles dabei -  liebevoll gemacht, aber auch etwas grössenwahnsinnig
Die Bühnenshow: ist hauptsächlich schweisstreibend, die Performance der "Zirkusakteure" in abgefahrenen Kostüme ist von bemüht provokant bis umwerfend einfallsreich und abwegig sexy, aber immer extrem unterhaltsam. Das Publikum wird ein Teil der Show  und mit Glitzerkonfetti, Früchten (Hallo, mit Obst!) und Schaumwein "belohnt". Wer kann, sollte sich dieses durchgeknallte Spektakel mal ansehen.

23.11.2008

Konzerte! Konzerte! Konzerte!

Nun werde ich also wirklich zum Stubenhocker und das Fenster zum Musikgeschehen 'da draussen' ist mein Laptop. Denn für aktuelle und interessante Musikkonzerte brauche ich nun auch nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Im Paradiso in Amsterdam werden die dort stattfindenden Live-Konzerte aufgezeichnet. Zum Anhören und immer wieder Angucken gibt es die Konzerte dann auf Fabchannel. Die Auswahl der Künstler und Musikgenres ist vielfältig und umfangreich.
So, ich stöbere nun mal weiter auf der Seite. Aber keine Panik!, wir sehen uns auch weiterhin, 'dort draussen'! Denn wie singt das Jeans Team im Song "Das Zelt": "Mach dich auf, in die Welt!"

22.03.2007

Mr. Rice war in Berlin

Die Erleichterung bei mir ist groß, die Columbiahalle ist für das Konzert von Damien Rice am 15.03.2007 doch nicht bestuhlt, jedenfalls nicht das Parkett. Nach dem fröhlichen Spiel der Vorband The Magic Numbers - ihre Coverversion von Kate Bushs "Running Up That Hill (A Deal With God)" treibt mir eine Träne ins Auge - bringt die Crew Kerzen auf der Bühne. Das Konzert beginnt mit verzerrtem Gesang und Gitarrengeschrubbel (die ersten beiden Songs nerven mich) und setzt mit unwiderstehliche schöne Songs fort. Dabei gerät das Konzert fast zur Einmannshow. Sängerin Lisa Hannigan sitz oft am Fuß des Pianos und hält sich körperlich und stimmlich doch eher im Hintergrund. Ist sie krank? - jedenfalls kommt sie mit Teetasse auf die Bühne. Und Vyvienne Long spielt und singt im zweiten Drittel der Show zunächst schüchtern einen Song von ihrer neuen EP. Toll, was sie aus ihrem Cello zaubert. Ein sehr warmer Moment auf diesem Konzert, das mir doch etwas unterkühlt wirkt. Keine Frage, Mr. Rice und Band beherrschen ihr Handwerk - musikalisch ist die Band top, was sich in ausufernden Instrumentalstrecken zeigt. Und kaum ein anderer Musiker singt solch eindringlichen Songs und wirkt dabei so zerbrechlich und leidenschaftlich. Er ist wie ein Eskimo - schroff, spröde, auf der Suche nach Wärme und der Spur Leben in der (Schnee-) Wüste. Nach knapp einer Stunde und 20 Minuten ist dann Schluss. Leider gibts nur eine Zugabe, Lisa hebt die Augenbrauen und wundert sich wohl über Damiens abrupten Abgang. Schade, auch das anwesende Publikum hätte noch mehr so grossartiger Musik verkraftet.

12.01.2007

Damien Rice in Berlin

Irgendwie scheinen die Konzerte von Damien Rice in Deutschland ja alle schon ausverkauft zu sein. Aber ich habe bei Tickets.de noch Karten für das Konzert in Berlin ergattern können. Guckt also lieber erstmal dort, bevor ihr ewig teure Karten bei Ebay ersteigert! Ja, ihr könnt mir danken für diesen tollen Tipp, spendiert mir einfach ein Bier am 15.3.07 ;-)

Update 18.01.07: Auf RadioEins habe ich gestern gehört, dass die Columbiahalle für das Konzert bestuhlt sein wird. Wegen der großen Nachfrage wird auch die Loge geöffnet, deshalb gibt es auch noch ein paar mehr Karten.

Update 22.01.07: Nu sind wohl auch die letzten Karten über die Vorverkaufskassen weg!

26.07.2005

Herbst-Konzerttour

hallo freunde,
der herbst naht und mit ihm eine reihe besuchenswerter konzerte in berlin. hier mal meine persönliche auswahl an gigs, für einen schönen musikabend. vielleicht treffen wir uns ja auf einem der konzerte?
  • Juliette Lewis & The Licks (12.8. SO36) - bin ich leider nicht in berlin (hollywood meets rock'n'roll)
  • Kaiser Chiefs + Nine Black Alps (08.09. Postbahnhof) ca 19€
  • In extremo (24.9. Columbiahalle) * ca 28 € (mit sehr abgefahrener mittelalter-feuer-show)
  • Clem Snide (29.09.Magnet) ** 16€
  • Timid Tiger (02.10. Roter Salon) *
  • Spoon (2.10. Kalkscheune) *
  • Hard-Fi (08.10.Knaack)
  • Final Fantasy (08.10.Magnet) * (Geiger in der Band THE ARCADE FIRE)
  • Franz Ferdinand (08.11. Tempodrom) **ca 32 € (teuer, aber ein hingeher!)
  • Maximo Park (26.11. Postbahnhof) ** 18 € (ein absolutes muss!!)
die mit zwei sternen gekennzeichneten bands möchte ich unbedingt sehen, die mit einem stern, wenn es zeitlich und finanziell passt und die ohne stern, weiss ich noch nicht genau, behalte die namen und musik von denen aber im ohr.
zu den bands gibts es infos auf laut.de oder intro.de. sonst sind auch die plattenrezensionen auf amazon.de hilfreich. redaktionelle rezensionen zu cds der bands, findet ihr auch in der umfangreichen renzensions-datenbank von spiegelonline.de.

stay tuned!