02.01.2011

Es bleibt, wie es ist

Mit der Vorstellung des schönsten (Fakt!) und wichtigsten (Jawohl!) deutschen Indiealbums 2010 will ich das neue Jahr auf meinem Blog begrüssen. Es heisst "Songs of L. and Hate" und ist von Christiane Rösinger. Rösinger war schon bei den legendären Bands Lassie Singers und Britta mit dabei  und hat nun ein wunderschönes Plattenwerk, mit Texten über die unterschiedlichen Aggregatzustände der Liebe, der Leidenschaft und des Scheiterns vorgelegt. Für die Musik war Andreas Spechtl zuständig, er ist der Bandleader und Enfant Terrible der Band Ja,Panik. Kaufen! Anhören!Weitersagen!
Albumkritik @Rote Raupe
  Berlin by Chrsitiane Rösinger

Angeregt vom Hören dieses Albums, mein kurzes Essay für das neue Jahr: nun ja, ich dachte, das Leben ist ein Fest und mir gehört die Welt. Aber das Gefühl der Desillusion hat mich eineinhalb Tage nach Silvester wieder fest im Griff und (Überraschung!) ich habe auch für 2011 kein verheissungsvolles Motto finden können. Es sollte erst "Neue Chancen" heissen, das fand ich dann aber doch unpassend, weil politisch besetzt und bestimmt auch die FDP bald mit diesem Slogan um Gewinnung verlorener Wählergunst betteln wird. Es wird nicht reichen! Die Grundfragen des Lebens bleiben indes ungeklärt und es wäre sinnlos sich das Leben schön zu reden. Die Krise ist da - im privaten, wie im öffentlichen Leben. Wir sind verloren und es ist so arg und es ist so schlimm, dass es nur irgendwie darauf ankommt einen Ausweg zu finden, Hauptsache raus!

23.12.2010

Holiday Greetings


Liebe Freunde und Leser meines Blogs, ich wünsche Euch ein entspanntes und seelenstreichelndes Weihnachtsfest! Mit einem zauberhaften Video und Musik von Kollektiv Turmstrasse @Myspace verabschiede ich mich ins Weihnachtsfest. Ich freue mich auf heissen Yogitee, Spekulatiuskekse, Traumtänzereien und (mal wieder) den Film "Das Appartment" von Billy Wilder. Allen, die sich im Vorweihnachtsspektakel von ferngesteuerten Konsumisten umstellt fühlten, gilt mein uneingeschränktes Mitgefühl. Und wenn die bucklige Verwandtschaft in den kommenden Tagen bei einem von euch einfallen sollte, guckt euch das hier mal an :-) 
Warm Greetings, Euer Stephox

20.12.2010

270 Movies in 6 Minutes

Dieser schön gemachte, sehr verdichtete, etwas englischsprachlastige und trotzdem sehr sehenswerte Rückblick auf das Filmjahr 2010 macht gerade die Runde und soll  euch nicht vorenthalten werden. Ich selbst habe nur einen kleinen Bruchteil dieser Filme gesehen und einige sind in den deutschen Kinos auch noch gar nicht angelaufen. So ist dieses Video nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Vorgeschmack auf kommendes. Enjoy!
Thanks to Genrocks, von der dieses Filmography-2010 Video stammt.

13.12.2010

Verrückte Raucher


Wie es die grandiose amerikanische TV-Serie "Mad Men" (Produzent ist AMC) schafft den Style der 60er Jahre ins Wohnzimmer zu bringen,  dabei  Geschlechterrollen hinterfragt und die Zuschauer ins Herz des Kapitalismus führt:
DVD-Kritik via Berliner Zeitung
Fashion-Artikel via TAZ

03.12.2010

Kurzgeschriebenes

Das Lesefräulein hatte in der letzten LesBar-Sendung auf Radio Blau  ein Buch mit kuriosen SMS-Dialogen  (Titel: "Liebling, Du hast mich auf dem Balkon vergessen") vorgestellt und sich köstlich darüber amüsiert. Darin enthalten ist Situationskomik in minimalistischer Form. Nun kann man sich darüber streiten, ob man diese mehr oder weniger witzigen Simsen als Buch kaufen und besitzen muss oder nicht, da es ja die Website SMS von letzter Nacht gibt,  auf der verstrahlte Nachtschwärmer ihre SMS-Dialoge selbst einstellen können und die besten Sprüche (es gibt ein Bewertungssystem auf der Website) wohl auch ins Buch gelangten. Manchmal wirken die Dialoge so unglaublich, dass sich mir die Frage stellt, welche dieser angeblichen Konversationen sind nun Dichtung und welche Wahrheit? Aber in der Nacht kann viel passieren und die menschlichen Ausdrucksformen sind mannigfaltig. Und es gibt durchaus einige schöne Bonmots, die jeden müden Gagschreiber und SMS-Rezitierer erfreuen werden. Meinen Favorit, in dem zwei Lebenshaltungen aufeinander treffen, könnt ihr rechts lesen :-)

25.11.2010

In den Strassen Andalusiens

Ich war ja schon vor einiger Zeit in Andalusien, wisst ihr ja, hatte ich ja auch hier gepostet. Genau, das ist Südspanien, da wo es auch im Herbst und Winter sehr schön  und sonnig warm ist! Für alle Streetart- und Fliesenfreunde habe ich dieses Fotoalbum gefüllt. Viel Spass beim Anschauen.

24.11.2010

Tiefschwarzer Seelensound

Dieser Aloe Blacc ist ja sowas von unverschähmt groovy, funky, stylish & crunchy. Beim Hören seiner zweiten Solo-Platte "Good Things" fühlte ich mich sofort an die amerikanische Ostküste, nach N.Y. der späten 60er und frühen 70er Jahre katapultiert. Der Motown-Sound dieser Ära und Soulikone Marvin Gaye als Blaccs musikalisches Vorbild lassen grüssen. Live hat es der neue Soulman Blacc auch noch einen Zacken stärker drauf: cooler, rauer, ehrlicher Soul at its best mit sozialkritischen und politischen Untertönen.
Na, noch nicht überwältigt? Nach zahlreichen Musikprojekten und seiner Debüt-Platte "Shine Through" wurde Aloe Blacc im Jahr 2010 einem breiten Publikum durch den Titelsong für die TV-Serie "How to make it in America" bekannt und löste mit seiner zweiten Platte einen kleinen Soul-Revival-Hype aus. Hier noch ein Michael Jackson Cover als Verbeugung vor dem King-of-Pop - "Billy Jean":
Und so gibt es noch viel mehr von Aloe Blacc zu entdecken. Abschliessend vielleicht noch die A Take Away Show auf Blogotheque. Good Night & enjoy the Music!

22.11.2010

Happy Birthday, Terry Gilliam!


Gilliam mit Don Quijote: Lost in La Mancha
Der von mir extremst vererehrte Visionär und Filmemacher Terry Gilliam wird heute 70 Jahre alt. Er gehört zu den Mitbegründern der britischen Comedygruppe Monty Python und hat sich zunächst als Animationsfilmer eine treue Fangemeinde aufgebaut. Bei Monty Phytons "Die Ritter der Kokosnuss" führte er 1975 das erste Mal Regie bei einem Langfilm und agierte auch als Autor und Darsteller in den Phyton-Filmen mit. Seine danach entstandenen, eigenständigen Spielfilme "Time Bandits", "Brazil", "Die Abenteuer des Baron Münchhausen", "12 Monkeys" und "Tideland" haben mich zutiefst beeindruckt. "Brazil" ist für mich der wichtigste Film - sowas wie mein Lieblingsfilm, oder vielleicht sogar Schlüsselfilm, den ich nicht mir, sondern der sich mich ausgesucht hat. Inhaltlich geht es grob umrissen um das Schicksal des unbedeutenden Archivbeamten Sam Lowry, der in einem autoritären Zukunfststaat lebt und sich aus seinem grauen, traurigen Alltag in seine heroischen Träumen flüchtet, bis er der Frau seiner Träume wirklich begegnet und sich daraufhin eine Kette unheilvoller Ereignisse abspult. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich mich fühlte, als ich - Anfang der 90er Jahre - das erste Mal diesen verstörenden, dystopischen Film sah. Danach war ich völlig paralysiert und starrte sprachlos auf den mit brasilianischen Sambarhythmen unterlegten Filmabspann. Ich war innerlich aufgewühlt und verwirrt von diesem visuellen Alptraum und fragte mich: 'Wie brachte es dieser Film gerade fertig, mir meine Vergangenheit, Gegenwart und wahrscheinlich  auch meine Zukunft so treffend zu spiegeln?' In den nächsten Monaten und Jahren sah ich mir den Film wieder und wieder an, jedes mal tief bewegt und ich entdeckte immer wieder neue Details, Bezüge und Anspielungen. "Brazil" wurde so etwas wie die visuelle Filmlandschaft meiner Gefühle. Ein Film, dessen metaphorische Bilder zum Entdecken und Interpretieren einladen und das auch noch nach dem vierten oder fünften Mal des Anschauens. Die jahrelange Innenschau, die der Film bei mir auslöste und die Frage nach der eigentlichen Aussage des Films, beantworte ich mir heute mit  dem  Zitat  von Adorno: "Es gibt keine richtiges Leben im falschen". Kaum ein anderer Film packte mich jemals wieder so. Leider gehört Gilliam zu den verkanntesten Regisseuren des Filmgeschäfts, der immer wieder Filmprojekte ändern oder aufgeben muss, weil ihm das nötige Vertrauen der Produzenten fehlt oder er die finanziellen Mittel für die Realisierung seiner Filme nicht aufbringen kann. In den Dokumentationen "Lost in La Mancha" und "The Hamster Factor", dem Making of von "12 Monkeys", wird das eindrucksvoll gezeigt. Mit 70 Jahren ist das Leben noch nicht vorbei. Bleib dran Terry! Die nächste Million, die ich verdiene, gehört dir!
Gilliam am Set von "Brothers Grimm"
Sehr viel mehr und wissenswertes über die Filme von Terry Gilliam erfährt man im Buch „Perception is a Strange Thing“ von Harald Mühlbeyer
Gilliam im Cicero-Interview

Büroszene aus dem Film "Brazil" von 1985.

10.11.2010

Napoleon goes Crazy

Die Band Bonaparte pflegt das Image des exibitionistischen Aussenseitertums und sie hat damit grossen Erfolg. Damit befindet sie sich ja eigentlich schon wieder mitten im Mainstream, aber den vielen, zumeist wirklich sehr jungen Fans ist das egal, denn hier wird eine bunte und unkonventionelle Andersartigkeit propagiert, nach denen sich wohl viele sehnen. 
Ich habe die legendäre Circus-Show von Bonaparte nun endlich mal selbst gesehen und miterlebt - am 06.10. im Astra (hier im Festsaal Kreuzberg) - und war überwiegend begeistert.
Die Songs: musikalisch eher mittelmässiger Punk-Rock mit Art Brut Einschlag 
Das Merchandising: vom Band-Stoffbeutel, Poster, Button, T-Shirt, ist alles dabei -  liebevoll gemacht, aber auch etwas grössenwahnsinnig
Die Bühnenshow: ist hauptsächlich schweisstreibend, die Performance der "Zirkusakteure" in abgefahrenen Kostüme ist von bemüht provokant bis umwerfend einfallsreich und abwegig sexy, aber immer extrem unterhaltsam. Das Publikum wird ein Teil der Show  und mit Glitzerkonfetti, Früchten (Hallo, mit Obst!) und Schaumwein "belohnt". Wer kann, sollte sich dieses durchgeknallte Spektakel mal ansehen.

04.11.2010

Aufgeschobenes


Body Hotel from Music by Thomas Schaeben & Schad Privat (Remix by COMA) on Vimeo.

Als ich dieses putzig animierte Musik-Video von David Lüpschen sah, fiel mir auch gleich wieder ein, dass hier noch mein Bericht vom Filmfestival fehlt, dass ich vor zwei Wochen besuchte und auf dem ich viele interessante Animationsfilme und Dokumentarfilme gesehen habe. Bleibt einfach dran, denn aufgeschoben ...

COMA aus Köln geben sich morgen im Watergate die Ehre. Ihren Act in Berlin zu sehen, schieb ich mal lieber nicht auf, glaube ich ;-)