"Broadway Bomber"
A Lucas Brunelle Film
Music by SBTRKT
Shame on me! Schon im April 2010 veröffentlichte der Berliner Singer/Songwriter und "Radikalchansonnier" Hans Unstern sein Debütalbum "Kratz dich raus" und erst jetzt kommt es mir zwischen die Ohren. Endlich! Die Spex nennt es ganz unverblümt "eines der wichtigsten deutschsprachigen Alben 2010". Unsterns kaum zu erkennendes Gesicht, es ist verdeckt von einem dunklen Rauschebart und umringt von schwarzen, zerzausten Haaren, verbirgt eine unerwartet jungenhafte Stimme, die sehr sprachgewaltig ein unruhiges Herz und einen poetischen Geist offenbart. Ich meine: ein merkwürdiges, etwas verqueeres Werk mit sehr lyrischen Texten: "Wann lerne ich, dass ich den Moment nicht festhalten kann?/ Wann? Wann? Wann? Nie! Wann?/ Wann lernt der Moment, dass er mich nicht zurueckholen kann?/" - diese Zeilen sind immer untermalt von markant kratzig-rohem Sound von Akustikgitarre, Schlagzeug, Saxophon, Klavier und manchmal auch von Streichern und Mundharmonika begleitet. Fazit: Absolut Hörenswert und fesselnd. Den Song "Paris" von Hans Unstern gibt es als kostenlosen Download und die wien(berli)ner Band Ja, Panik hat einen Cover-Song eingespielt. Ach Leute, ich bin zutiefst entzückt!
Ich halte immer kurz ein und höre richtig hin, wenn ich Adele im Radio höre. Berührt von dieser einzigartigen, etwas melancholisch und zartherben Stimme: Adele singt sich geradezu die Seele aus dem Leib und direkt in mein Herz hinein. Die britische Soulsängerin Adele Laurie Blue Adkins legt nach ihrem viel beachteten und erfolgreichen Debut "19" von 2008 bald ihr zweites Album vor, das, ganz im Zeichen von Adkins Reifungsprozess und Weiterentwicklung, den Titel "21" trägt. Vordergründig drehen sich die Songs um den Schmerz und die Wunden, die eine verlorenen Liebe hinterlässt. Es geht also um das Loslassen nach einer Trennung und das Weitermachen um seiner selbst willen. Die erste Auskopplung des neuen Albums ist der eindringliche, Kopf und Füsse zum Wippen bringende Song "Rolling in the Deep" und schon bei den ersten Textzeilen richten sich meine Nackenhaare wohlig auf: "There's a fire starting in my heart / Reaching a fever pitch and it's bring me out the dark" "Verwischte der Flaneur der ersten Stunde noch seine Spuren in der Großstadtmenge, so muss es dem heute flanierenden Geist gelingen, sein Ich und all seine Leidenschaften an einer irrsinnigen Informations- und Überwachungsmaschinerie vorbei zu schleusen, aus der selten jemand nicht als fester und abgeschlossener Charakter, also als lebender Toter, wieder herauskommt."
"Der Flaneur jedoch kann unter bestimmten Umständen, in gewissen Konstellationen, für jeden und alles Liebe empfinden. Er ist der einzig wahre Liebende in den letzten Tagen dieser alten Welt und allein er kann in ihr noch Liebe erfahren."